Forstwirtschaft - eine naturnahe Nutzung

 

Bei der Holzernte werden dem Wald nur in geringem Umfang Nährstoffe entzogen. Ein Einsatz von mineralischem Dünger findet nicht statt, und es werden nahezu keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht. Die moderne naturnahe und nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland strebt struktur- und artenreiche Mischwälder an.

 

Eine bewusste Abkehr von Nadelbaum-Monokulturen hin zu möglichst artenreichen Mischwäldern zeigt in den letzten Jahren erste statistisch erfassbare Ergebnisse. Seit der ersten Bundeswaldinventur (1986-1989) haben die Mischbestände in Deutschlands Wäldern deutlich an Fläche gewonnen. Im Jahr 2004 bestanden gut zwei Drittel des Waldes aus Mischbeständen mit mindestens drei Baumarten. Dementsprechend ist der Anteil der Reinbestände um 21 % zurückgegangen. Insbesondere Fichten- und Kiefernreinbestände haben an Fläche verloren.

 

Eine multifunktionale Forstwirtschaft schützt die Natur flächendeckend

 

Forstwirtschaft und Naturschutz haben nach dem Bundeswald- bzw. Bundesnaturschutzgesetz in weiten Bereichen sehr ähnliche Inhalte. Diese sind die Sicherung der nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter als natürliche Lebensgrundlage sowie der Erhalt der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Pflanzen- und Tierwelt. Weiterhin ist es Aufgabe der Forstwirtschaft, jede Maßnahme im Wald nicht nur mit Naturschutzbelangen, sondern zusätzlich mit der Nutzungs- und Erholungsfunktion in Einklang zu bringen. Mit diesem umfassenden Konzept sichert die Forstwirtschaft dauerhaft sowohl die natürlichen Grundlagen und die Naturschutzwirkungen des Waldes, als auch alle Nutz- und Erholungsleistungen. Ebenso ist nachhaltige Holznutzung nötig, um der Gesellschaft den nachwachsenden, umweltfreundlichen Rohstoff Holz in den benötigten Mengen zu liefern. Dies ist eine Vorsorge, um den Holzimport aus Ländern mit Raubbau am Wald einzuschränken.